Ausbildung für Ausbilder für eine nachhaltige Landwirtschaft

Der Projektvorschlag resultiert aus der Erfahrung mit dem Projekt AgriSkills (www.agriskills.eu), dass neben neuen Bildungsansätzen für Berufliche Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BBNE) die Ausbilder, seien es schulische oder betriebliche, auch für das Thema Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft sensibilisiert werden müssen. Ziel ist es nicht, zusätzliche Inhalte zu vermitteln, sondern das nachhaltiges Denken in berufliches und privates Handeln einfließt.

Projektziel und -thema ist die Implementation von BBNE in die Ausbildung von Ausbildern (Lehrer und betriebliche Ausbilder) im Agrar- und Gartenbaubereich, sowie angrenzende Gebieten. Das soll durch die Entwicklung von Curricula auf schulischer und betrieblicher Ebene erfolgen. Durch weitere Bildungsangebote und einer breiten Verbreitungsstrategie sollen auch Diskussionen um eine Implementation von BBNE[1] in die Bildungsstrukturen erfolgen.

Dafür werden Weiterbildungsangebote erarbeitet, die auf individueller Ebene Lehrern und Ausbildern zur Verfügung gestellt werden und so auch die Lernortkooperation von schulischer und betrieblicher Ausbildung gestärkt wird. Ein Handlungsleitfaden BBNE ist sowohl für die direkten Teilnehmer gedacht, aber auch für eine breitere und qualifizierte Diskussion um BBNE auf struktureller Ebene. Die Verbreitung der Ergebnisse erfolgt über unterschiedliche Multiplikatoren-Veranstaltungen und die assoziierten Partner. Die Ergebnisse werden auf der Website www.agri-train.eu frei verfügbar sein und auch auf den Websites der einzelnen Partner.

In der Vorbereitungsphase erfolgte eine Analyse der Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote für schulische und betriebliche Ausbilder in den Partnerländern, vor allem hinsichtlich der Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten. Diese Bedarfsanalyse dient bei der Projektumsetzung auch als Orientierungshilfe für die Einordnung der Curricula in europäische vergleichbare Standards (EQR).

In einer strategischen Partnerschaft aus Hochschulen, Landwirtschaftskammer, gewerkschaftlicher Bildungsinstitution und einem Betrieb (DE, ES, BG, AT) werden die folgenden zwei Intellektuellen Outputs erarbeitet:

I.O. 1 – Curriculum – Training für Ausbilder im Bereich Nachhaltige Entwicklung

Exemplarische Entwicklung von 3 Teil-Weiterbildungsmodule für Ausbilder (schulisch und betrieblich) jeweils mit den Schwerpunkten:

  • B. Bodenkunde
  • B. Wassermanagement
  • B. Arbeits- und Gesundheitsschutz

Bei der Konzipierung aller 3 Module werden die Kriterien von BBNE berücksichtigt und sie werden entlang der „normalen“ Lehrinhalte entwickelt. Sie sollen das Training von Vermittlungskompetenzen, vielfältige Methoden und den Umgang mit Informations- und Kommunikations- Technologien (IKT) beinhalten.

Landbewirtschaftung ist ein Bereich der durch europäische Richtlinien stark geprägt wird. Die Auswirkungen dieser Regelungen muss in die Ausbildung integriert werden. Im Austausch mit den Partnern werden dazu innovative Ansätze erarbeitet.

I.O. 2 – Guideline Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung

Zur verständlichen Verbreitung der Bildungsinhalte und -intentionen von BBNE wird ein Guideline erarbeitet. Grundlage des Guideline ist eine Leitbildentwicklung BBNE innerhalb des Projektes in dem die inhaltlichen Positionsbestimmungen von Nachhaltiger Entwicklung und Landwirtschaft dargestellt sind und eine auf dem Leitbild basierende Checkliste, die dem Projekt als Orientierung dienen soll, inwieweit Nachhaltigkeitsaspekte in Lehr- und Unterrichtsmaterialien Berücksichtigung finden. Der Leitfaden ist sowohl für schulische als auch betriebliche Ausbilder bestimmt und soll ebenso zur Verbreitung von BBNE für die Stakeholder genutzt werden.

Short-Term Trainings

Die Weiterbildungsmodule und der Guideline werden transnational in Trainings getestet, evaluiert und die Erfahrungen fließen in die abschließende Bearbeitung des Curriculum ein.

Zielgruppen

Direkte Zielgruppen: Ausbilder (betrieblich und schulisch) aus dem Agrar- und Gartenbaubereich, sowie angrenzender Gebiete.

Indirekte Zielgruppen: Auszubildende in dem Agrar- und Gartenbaubereich und angrenzender Gebiete und dort Beschäftigte, die an Weiterbildungen teilnehmen.

Verbreitungsstrategie

Mit zahlreichen Multiplier Veranstaltungen werden der Diskussion auf Systemebene

um BBNE einige neue Aspekte (Weiterbildung für Ausbilder, Europäischer Kontext) hinzugefügt. In Kooperation mit den nationalen bis europäischen Sozialpartnern soll langfristig Einfluss auf die Ausbildungsordnungen und -pläne genommen werden.

Die Produkte werden elektronisch und in Printmedien veröffentlicht.

Daneben findet die Verbreitung der Ergebnisse

  • auf lokaler Ebene durch das Angebot an Bildungsmaßnahmen,
  • auf regionaler/nationaler Ebene durch Diskussionen und Veranstaltungen und
  • auf europäischer Ebene über Diskussionen in Gremien in denen die Sozialpartner vertreten sind statt.