Im Rahmen dieses Intellektuellen Outputs wird ein „Curriculum – Train the Trainer in the Field of Sustainable Development“ mit drei Modulen (für jeweils ca.  1 – 2 Tage Dauer) konzipiert, erarbeitet, in 2 transnationalen Praxistests erprobt, angepasst und für die weitere Anwendung fertiggestellt und verbreitet. Bei der Konzipierung des Curriculum werden die Methoden von BBNE berücksichtigt und sie werden entlang der „normalen“ Lehrinhalte entwickelt. Sie sollen das Training von Vermittlungskompetenzen, vielfältigen Methoden und den Umgang und die Unterstützung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) beinhalten.

Die drei Module werden an grundlegenden inhaltlichen Themen orientiert, die in allen Partnerländern in der Ausbildung der Grünen Berufe grundsätzlich ähnlich oder gleich vermittelt werden:

  • Bodenkunde
  • Wassermanagement
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz

An diesen Themenbereichen wird exemplarisch dargestellt wie BBNE für betriebliche und schulische Ausbilder vermittelt werden kann.

Damit das Curriculum in allen Partnerländern genutzt werden kann muss eingangs eine für alle gültige Baseline für die drei Themenbereiche festgelegt werden. Darauf wird das Rahmenkonzept für das Curriculum aufgebaut.

Gerade in der Landwirtschaft kommen neben wissenschaftlich technischen Neuerungen (Landwirtschaft 4.0 und damit einhergehend vielfältige neue IKT) hohe Anforderungen, was den Umgang mit Natur und Umwelt betrifft hinzu. Über die tradierten Lehr- und Lernformen hinaus gilt es im Zuge der Anforderungen an eine BBNE neue methodisch – didaktische Ansätze zu entwickeln und umzusetzen, die

  • eine Nachhaltigkeit im Denken fördern (systemisches Denken)
  • IKT systematischer zur Erkenntnisgewinnung einsetzt
  • aus Information – Erkennen von Sachverhalten – Handlungen generiert.

Weiterhin müssen – um berufliche BNE vermitteln zu können – in allen drei Themenbereichen  die drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und soziales Gleichgewicht gleichrangig behandelt werden.

 

Diese Vorgaben und Schritte sind notwendig für das pädagogische Rahmenkonzept.

Die Ausbilder sollen lernen, wie mit partizipativen Ansätzen, sowohl die betrieblichen Lernerfahrungen als auch die  schulischen Inhalte mit den persönlichen Erfahrungen der Schüler aufgearbeitet werden können, damit sie ihr eigenes Handeln reflektieren lernen.

Das Curriculum soll dazu beitragen die Ausbilder zu befähigen einen ganzheitlichen Ansatz, bzw. ein Verständnis für „Systeme“ zu vermitteln, damit sie ihre Schüler lehren mit komplexen und widersprüchlichen Problemen und Systemen umzugehen und diese zu gestalten. Dafür ist es notwendig anhand der berufsbezogenen Inhalte ein Verständnis und eine Haltung von Nachhaltigkeit zu entwickeln.

Hierbei sind die gewählten fachlichen Inhalte:  Boden, Wasser und Arbeits- und Gesundheitsschutz gut geeignet um Kreislaufsysteme, Vernetzungen, Prozesse und Wirkungsketten darzustellen und so ein vorausschauendes Denken zu trainieren und Gestaltungskompetenzen zu befördern. Als mögliches Beispiel kann hier die negative Wirkungskette, die bei einer intensiven landwirtschaftlicher Nutzung, Schadstoff- und Düngemitteleinträgen und Bodenverdichtung ausgelöst wird im Verhältnis zu einer betrieblichen Kreislaufwirtschaft und somit einer langfristigen Erhaltung des Bodens genannt werden.

Dazu sind auch innovative Vermittlungsformen wie z.B. explorative Lehr- und Lernmethoden (Exkursionen, Farm-Rallye) und „blended Learning“ notwendig und werden Inhalt des Curriculum. Unterstützend kann hier der Einsatz von IKT als zentrales Element von Informationsgewinnung und Erkenntnis eingesetzt werden. IKT wird damit auch eine wichtige Komponente zur Förderung von Handlungs- bzw. Gestaltungskompetenzen. Der Einsatz ist auch förderlich für eine engere Lernortkooperation zwischen Schule und Praxis (Betrieb), durch z.B. die IKT gesteuerte Verzahnung von Theorie und Praxis.

 

Ein weiteres Element ist die Integration von Erklärvideos und anderen visuellen Methoden zur Erläuterung und Verdeutlichung von bestimmten Inhalten, Zusammenhängen, Kreislaufsystemen und Vernetzungen, eben dem systemischen Denken.

 

Bei der Entwicklung der Module wird die europäische Dimension berücksichtigt und zwar in Hinblick auf europäische Richtlinien und Standards z.B. die Richtlinie 2009/128/EG über einen Aktionsrahmen der Gemeinschaft für die Nachhaltige Verwendung von Pestiziden und die Kompetenzen (Arbeits- und Gesundheitsschutz). Auch im Bereich Boden und Wasser gibt es europäische Richtlinien die in allen Ländern gelten.

Mit dem IO 1 wird ein Beispiel geschaffen, wie eine Ausbildung für Ausbilder zu nachhaltigen Gesichtspunkten gestaltet werden kann.

Die Übertragbarkeit des Curriculum im Hinblick auf andere Ausbildungs- und Weiterbildungsinstitutionen, sowie transnational und für andere inhaltliche Bereiche und Branchen wird sich durch die Kombination mit dem Guideline und seinen Inhalten als sehr praktikabel herausstellen.

 

Die Humboldt Universität übernimmt die Koordinierung und inhaltliche Standardsetzung dieses Intellektuellen Outputs. Darüber erfolgt im ersten Transnationalen Treffen nach Vorlagen und Präsentationen der Partner eine Vereinbarung von Zielen, Inhalten und Methoden des Curriculum, über eine Baseline für die fachlichen Inhalte, über pädagogische Ansätze und digitale Lösungsmöglichkeiten. Aus diesen Anforderungen werden die Aufgaben an jeden Partner gestellt, evtl. im Laufe der Erarbeitung aber auch neu angepasst:

  • Die Bestimmung der Rolle einzelner Partner wie etwa die Übernahme thematischer oder sektoraler Verantwortlichkeiten aufgrund besonderer Expertisen. Hier kann z.B. der Partner FMM mit der praktizierten Dehesa Bewirtschaftung eine Expertise zur betrieblichen und regionalen Kreislaufwirtschaft einbringen.
  • Die Vorstellung methodischer Ansätze zu denen bei den Partnerorganisationen Expertise vorhanden ist und welche Erfahrungen vorliegen. Hier sind unsere österreichischen Partner von der HAUP/Wien mit ihren umfangreichen und mit vielen BNE Preisen ausgezeichneten Erfahrungen hinsichtlich der Implementation von BBNE Kriterien in die Aus- und Fortbildung von Agrarlehrern zu nennen.
  • Die Vorstellung über den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Bildungsbereich. Auf diesem Feld sind die Partner vom Joanneum/Graz eine große Bereicherung für das Projekt.
  • Die Beschreibung der direkten und indirekten Zielgruppen und Darstellung der möglichen nationalen Unterschiede bezüglich Voraussetzung und Arbeits- und Lernbedingungen der Zielgruppen (Ausbilder und Schüler). Hier sind alle Partner mit ihren individuellen Arbeitsfeldern gefragt.
  • Die LWK Niedersachsen mit dem direkten Zugang in viele und unterschiedliche Ausbildungsbetriebe, sowie überbetriebliche Ausbildungszentren und den entsprechenden Ausbildern

Die unterschiedlichen, auf den Workshops genau festgelegten Aufgaben, werden in der Zeit bis zum nächsten Workshop von jedem individuell oder in nationalen Arbeitsgruppen abgearbeitet. Bei Problemen wird eine Lösung per Skype oder Email gesucht.

Zur weiteren inhaltlichen Ausgestaltung des Curriculum wird sowohl das im I.O. 2 / Guideline erarbeitete Leitbild BBNE als auch die Checkliste BBNE in der Landwirtschaft für einen Abgleich herangezogen und somit gleich getestet.

Das Curriculum wird in den verschiedenen work steps kontinuierlich weitererarbeitet und auf den Workshops werden die Arbeitsergebnisse jeweils präsentiert und zusammmengeführt.

Im work step 4 wird das Curriculum von Lehrern und Ausbildern aus allen Partnerländern gemeinsam in Spanien auf dem Ausbildungsbetrieb der FMM getestet, der Praxistest wird ausgewertet und das Curriculum angepasst. Anschließend erfolgt ein weiterer Praxistest in Deutschland. Danach wird das Curriculum fertig gestellt, in alle Sprachen übersetzt, gedruckt und digital verbreitet.